Israel

Israels Wirtschaft geht es besser als gut. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt nimmt das Land auf der Weltrangliste den 32. Platz ein – Stand April 2018.

Und das spürt in der modernsten Volkswirtschaft des Nahen Ostens ganz besonders die Startup-Szene. Die ganze Welt blickt auf Israel als die Startup-Nation schlechthin. Mit etwa 5.000 bis 7.000 Jungunternehmen ist hier die größte Dichte an Start-Ups weltweit zu finden. Nichts ist sicher vor dem Innovationsdrang der Gründer: Von künstlichen Netzhäuten, über Boeing-Teile aus dem 3D-Drucker, bis zum Wunder von Mobileye.

Rekord-Übernahme

Der Hersteller für Fahrerassistenzsysteme wurde März letzten Jahres vom US-Halbleiterhersteller Intel für 15,3 Milliarden Dollar gekauft. Es soll die bis dato größte Übernahme in der israelischen Hightech-Industrie gewesen sein – und kam nicht aus dem heiteren Himmel. Im vorangegangenen Jahrzehnt wurden die Deals mit Start-ups immer größer, die Branche erwachsener. Etwa 300 Großkonzerne aus aller Welt haben hier ihre Forschungszentren gegründet, von SAP über Daimler bis zur Deutschen Telekom.

Coopetition

„Spin-offs aus der Armee, ein starker Fokus auf den Technologie-Transfer und die Coopetition sind wahrscheinlich die wichtigsten Faktoren im israelischen Startup-Erfolg“, sagt Günther Schabhüttl, österreichischer Wirtschaftsdelegierter im AußenwirtschaftsCenter Tel Aviv. Denn in Israel schließen sich beinharter Wettbewerb und Zusammenarbeit nicht aus.

Möglichkeiten für Europa

Auch Wien gilt als attraktive Startup-Stadt. Das Startup-Online-Portal Tech Cocktail listet die Hauptstadt sogar unter den Top Ten der Welt. Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied zu Israel. „ Während mitteleuropäische Start-ups die Dachregion als Markt vor der Haustüre bearbeiten können, sind israelische Start-ups aufgrund des fehlenden Heimmarktes von Beginn an gezwungen, überregional zu wachsen und somit global positioniert“, so Schabhüttl. So wird der Standortnachteil in einen strategischen Vorteil verwandelt.